Nachdem zahlreiche Vermutung angestellt worden waren, was Bill Clinton Nordkorea im Tausch gegen die beiden inhaftierten Journalistinnen dargeboten hatte (”100 Snikers”, “den goldenen Sarg von Michael Jackson”, via Twitter), stellte sich nur noch eine letzte Frage: Geht’s auch schärfer?

Clinton in Nordkorea, blurry
Dieses Bild von Clinton in Nordkorea (via Reuters) ging bei allen einschlägigen News-Diensten online. Unschärfe hat in der Fotografie zwei Bedeutungen: Ist sie gewollt, handelt es sich um ein stilistisches Mittel, das dazu verhilft, den dargestellten Sachverhalt in eine künstlerische Sphäre zu überführen, dem Realismus des Gegenstandes ein Geheimnis einzuhauchen und ihn der Gegenwart zu entziehen. Handelt es sich jedoch um Unschärfe aus Zufall, so ist das Bild schlicht vermasselt. In der Dokumentar-Fotografie, deren Wesen das Erfassen der sachlichen Aussage des Augenblicks ist, verbietet sich deshalb augenscheinlich der intendierte Einsatz von Unschärfe.
Ist dieses Bild nun deshalb vielleicht das Produkt der Dokumentar-Fotografie in Zeiten der Handy-Kamera? Haben wir uns durch den Einsatz der schlecht auflösenden Taschenapparte schon so sehr an verwackelte Bilder gewöhnt, dass selbst große Agenturen sich die Verbreitung eines solchen Fotos leisten können? Hat unsere gegenwärtige Medienrevolution nun auch unser Bild von der Welt erfasst?
Oder ist die Lösung des Rätsels gar nicht an der Bildoberfläche zu finden? In seinem Video-Blog hatte Matthias Matussek bereits auf das gänzliche Fehlen von Farbe in der Fotografie der ehemaligen DDR hingewiesen. Es mangelte an vielem, damals. Die Planwirtschaft sah keine Farbe vor. Hat Nordkoreas Plan vielleicht an der Schärfe gespart?
Comments 1
son quatsch.
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-44975-14.html#backToArticle=640404
wohl eher von einem schlechten screenshot jpg ausgegangen….
Posted 09 Aug 2009 at 08:14 ¶Post a Comment