Clare Goodwins Bilder erwecken im ersten Augenblick den Anschein, leicht lesbar zu sein. Die Künstlerin arbeitet in der Manier gegenstandsloser Künstler, wenn sie den Bildgrund in geometrische Formen unterteilt und die Farbe für sich sprechen lässt. Die so entstehenden Farbzonen auf der Leinwand lassen die Bildwerke offensichtlich als Erben der abstrakten Kunst erscheinen. Hinterlassenschaft ist eine bedeutende Komponente in Goodwins Schaffen, doch ist sie nicht nur in der Form, sondern auch im Inhalt zu finden.
Die von der Künstlerin für ihre Kompositionen gewählten Farben lassen bereits auf eine zeitliche Bedingtheit der abstrakten Motive schließen. Der Gebrauch von Orange und Braun im Besonderen deutet auf eine Herkunft aus den 70er Jahren, dem Jahrzehnt, indem Goodwin zur Welt kam. Auf den zweiten Blick in ihr Oeuvre lassen sich aus den abstrakten Strukturen erkennbare Formen heraus lesen. Elemente eines häuslichen Interieurs werden sichtbar. Goodwin erlaubt in ihren Gemälden einen Blick in die Herzen aller Häuser – die Küche. Aus dem spezifischen Design der Einbauküche mit ihren ungewöhlichen Farbkombinationen und dem Hang zu starken Akzenten generiert Goodman ihre geometrischen Abstraktionen. Dabei tragen die Bilder Vornamen als Titel. Der Blick in die Innenwelt bleibt also nicht bei der Inneneinrichtung stehen, sondern verweist auf die innerliche Beschaffenheit der Besitzer und zeichnet so ein facettenreiches Bild eines Jahrzehnts.

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