Es gab Zeiten, in denen das Tragen von Converse noch als ein Zeichen von Individualität galt. Damals grenzte der Erwerb der Schuhe noch an Beschaffungskriminalität. Einfach in den erstbesten Schuhladen reinzulatschen, war nicht. Man musste schon in die Metropolen dieses Landes reisen, um Eigentümer eines begehrten Paares zu werden. Es gab nur High oder Low, und höchstens drei, vier Farben zur Auswahl und natürlich nie die passende Größe.
Das ist bekanntlich schon lange her. Die Style-Gentrifikation hat auch die legendären Chucks ergriffen. Das Ergebnis sieht man in Eppendorf und Co: Gepaart mit einer Tommy-Hilfiger-Jeans und einem Ralph-Lauren-Polohemd nebst Perlenkette und Longchamps-Handtäschen watscheln sie nun hinter einem Bugaboo-Kinderwagen hinterher. Der Griff zum geliebten Schuhwerk wird deshalb immer schwieriger, möchte man Verwechslungen doch von vornherein ausschließen.
Anscheinend hat auch Converse den Zwiespalt entdeckt und bietet eine Lösung für Individualisten: Auf ihrer Seite kann man sich nun seinen eigenen Schuh-Style kreieren. Es bleibt zu hoffen, dass viele diesem Ruf folgen und man bald wieder ungeniert High White ohne Schnörkel tragen kann.

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