Sonntag Abend war seit langem nicht für den Tatort reserviert. Vielmehr hieß es das Haus zu verlassen, um sich in den Bunker zu begeben. Es waren hohe Gäste in der Stadt, die zu einer Zeitreise einluden. Nach jahrelanger Stille und Abstinenz betraten “The Get Up Kids” erneut die Bühne, um zu sagen, was sie schon immer wussten.
Damals, hatten ihre Worte unschätzbares Gewicht: Ein Liedtext konnte einen Liebesbrief ersetzen. Noch heute versetzt mancher Song den Hörer in ebendiese Zeit, davor. Vor dem großen Unbekannten, das Erwachsen werden heißt. Man sah es den Herren an. Statt labberigen Band-T-Shirts tragen sie nun Hemden und Eheringe. Auch wir haben uns verändert, die Vans gegen richtige Schuhe getauscht.

The Get Up Kids
Damals war die Band der stete Begleiter eines Lebensgefühls, das immer nur ein Nächstes von unschätzbarer Dringlichkeit kannte: Immer on the run towards the edge, um endlich über den Rand schauen zu können. Entweder wir sind des Rennens müde geworden, oder der Anblick hat uns verschreckt. Wir sind gemächlicher geworden, alle zusammen. Die Herren haben Fett angesetzt, das Laufen fällt nicht mehr so leicht. Dafür haben wir erkannt, dass das Hier und Jetzt auch Qualitäten hat. “We move on”, “but the memories remain.” Wir werden sie immer im Herzen und auf der Haut tragen und freuen uns auf einen neuen Lebensabschnitt-Soundtrack mit den Kids. Heute spielen sie noch einmal in Berlin, es folgen Erlangen und München.
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